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Brandenburg anders als Paris: Der Umgang mit SUV beim Parken

Cottbus (dpa/bb) – Brandenburger Städte wollen auf eine Verteuerung beim Parken für schwere Autos aus verschiedenen Gründen verzichten – anders als in Paris. Eine Umfrage unter mehreren Städten ergab, dass es derzeit keine ähnlichen Pläne wie in Frankreichs Hauptstadt gibt. Die Städte haben unterschiedliche Begründungen.

«Aktuell gibt es keine solchen Pläne», sagte der Sprecher der Stadt Cottbus, Jan Gloßmann. «Wir schauen uns die Höhe der Parkgebühren zwar fortlaufend an, aber in diese Richtung gibt es keine Überlegungen.» Er verwies auf die Frage der Gleichbehandlung. Paris habe die höheren Parkgebühren zudem für Besucherinnen und Besucher beschlossen, nicht für Einwohnerinnen und Einwohner.

Ähnlich ist es in der Landeshauptstadt Potsdam. «Wir schauen uns natürlich schon an, welche Konzepte andere Kommunen in Europa umsetzen, um mit dem knappen Raum in Innenstädten umzugehen», sagte Stadtsprecher Markus Klier. «Aber es gibt aktuell keine Pläne für höhere Parkgebühren für SUVs in der Landeshauptstadt.»

Potsdam als SUV-Hochburg – Luft aus Reifen gelassen

In Potsdam haben sich Fälle gehäuft, bei denen Luft aus SUV herausgelassen wurde. Die Staatsanwaltschaft Potsdam verwies auf mehrere Ermittlungsverfahren. «Es sind mehrere Taten und wir haben dazu mehrere Verfahren», sagte Sprecherin Theresia Jonitz. Details und Orte nannte sie mit Verweis auf laufende Verfahren nicht. Das Magazin «Der Spiegel» berichtete, die Gruppe Tyre Extinguishers lasse Luft aus SUV-Reifen, um für Klimaschutz zu werben, Potsdam sei dabei ein Schwerpunkt. Nach einer Liste des Vergleichsportals Check24 war Potsdam 2022 mit einem Anteil von 17,3 Prozent bundesweit die SUV-Hochburg – das Portal legt dafür alle 2022 über Check24 abgeschlossenen Kfz-Versicherungen zugrunde.

Ähnliche Pläne wie in Paris gibt es auch in Brandenburg an der Havel derzeit nicht, wie Sprecher Thomas Messerschmidt sagte. Frankfurt (Oder) sieht ebenso keinen akuten Regelungsbedarf. Externe SUV stellten im Vergleich zu anderen Fahrzeugen keine herausgehobene Belastung für öffentliche Parkflächen dar, teilte die Pressestelle mit. Diese Frage müsse im Zuge einer Überarbeitung der Parkgebührenordnung im Zusammenhang auch mit anderen Sachverhalten geprüft werden wie etwa der Behandlung von Elektrofahrzeugen.

Paris will Parken für SUV verteuern

Bei einem Bürgerentscheid in Paris hat am Sonntag eine Mehrheit den Plan der Stadt zur Verdreifachung der Parktarife für schwere Autos gebilligt. Eine Stunde Parken im Zentrum kostet für schwere SUV und andere gewichtige Karossen von September an für eine Stunde 18 Euro, für sechs Stunden werden gar 225 Euro fällig.

Den Sondertarif für schwere Wagen in Paris sollen ausschließlich Besucher bezahlen. Anwohner sollen ebenso ausgenommen werden wie Handwerker und Pflegedienste. Greifen soll der Tarif für Verbrenner- und Hybridmodelle mit einem Gewicht ab 1,6 Tonnen und Elektromodelle ab zwei Tonnen Gewicht.

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