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Eichenprozessionsspinner mag es nicht nass

Münster (dpa/lnw) – Forstexperten und Städte beobachten einen Rückgang der Eichenprozessionsspinner-Nester in den nordrhein-westfälischen Wäldern, Parks und Grünanlagen. «Die Population im Wald scheint ein bisschen zusammengefallen zu sein», sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs Wald und Holz der Deutschen Presse-Agentur. Genaue Daten zum akuten Befall – der vor allem in Städten durch die Brennhaare der Raupe zum Gesundheitsrisiko werden kann – liegen bei der Forstbehörde zwar nicht vor. Aber auch größere Städte geben Entwarnung: Mussten vor einigen Jahren noch hunderte Nester pro Saison entfernt werden, sind es jetzt vielfach nur vereinzelte Einsätze.

Es gibt ihn weiter: Lokal kann immer wieder starker Befall auftreten

«Während andere Insekten das feuchte Wetter mögen, gefällt es dem Eichenprozessionsspinner eher nicht», erklärt die Sprecherin von Wald und Holz. Der Befall sei vermutlich bereits durch die ausgebliebene Hitzeperiode und die vielen Regenfälle im vergangenen Sommer 2023 zurückgegangen. Auch seien die Raupen des wärmeliebenden Insekts bei der jetzigen feuchten Witterung anfällig gegenüber Krankheitserregern. Ganz verschwunden sei der Eichenprozessionsspinner aber nicht: Lokal könne durchaus starker Befall auftreten.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein wärmeliebender Schmetterling. Probleme bereiteten die Raupen in den vergangenen Jahren vor allem in besiedelten Gebieten: Weil sie ab dem dritten Larvenstadium giftige Härchen bilden, die bei Berührung Hautausschlag bewirken können, gelten sie als Gesundheitsgefahr. Doch mehrere Städte melden inzwischen einen deutlichen Rückgang.

Rückgang in Köln, Düsseldorf, Münster und Dortmund beobachtet

Beispiel Köln: «Eichenprozessionsspinner treten hier nur noch ganz vereinzelt auf», teilte eine Sprecherin mit. «Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, wird das Vorkommen in den nächsten Jahren gegebenenfalls zum Erliegen kommen.» Auch sie verweist auf den Witterungsverlauf – vor allem auch häufige Gewitter und kräftige Regenfälle im vergangenen Hochsommer zeigten ihre Wirkung: Im Juli und August sind aus den Raupen Schmetterlinge geworden, auf deren Paarungsverhalten die Niederschläge negative Auswirkungen hätten, so die Sprecherin.

Auch Düsseldorf verzeichnet bislang nur zwei Bekämpfungseinsätze in diesem Jahr – 2023 waren es noch 50, in den Jahren davor jeweils mehr als 700. Die Stadt führt das einerseits auf das niederschlagsreiche Frühjahr aber auch auf die langjährige Bekämpfung und Prophylaxe im Stadtgebiet zurück. Zur Eindämmung des Insekts wurde auf hunderte Eichen ein Biozid aufgebracht, auch habe man Lockfallen aufgestellt.

Dortmund vermeldet auf Nachfrage in diesem Jahr ebenfalls geringen Befall: Rund 40 Nester mussten im Stadtgebiet abgesaugt werden – kein Vergleich zum Jahr 2019, als es in der Stadt zu einem massenhaften Auftreten der Raupe gekommen war. Damals waren mehr als 1900 Bäume betroffen.

Das Vorkommen unterliege natürlichen Schwankungen, erklärt die Sprecherin. Außerdem habe das Grünflächenamt die Nester in den vergangenen Jahren konsequent abgesaugt. Auch die umliegenden Städte seien gründlich gewesen. So sei schon 2023 ein deutlicher Rückgang beobachtet worden.

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