Hannover (dpa/lni) – Wiedervernässung statt Landwirtschaft oder Torfabbau: Die Moore in Niedersachsen sollen möglichst wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden, damit sie zum Klimaschutz beitragen. Dafür verlangen die betroffenen Kommunen Unterstützung. In einem Positionspapier fordert der Niedersächsische Landkreistag (NLK) unter anderem einen Moor-Transformationsfonds.
Notwendig seien nicht Millionen, sondern etliche Milliarden Euro mindestens für die kommenden 25 Jahre, heißt es in dem Positionspapier. Die Transformation der Moore sei vergleichbar mit dem finanziell erheblich unterstützten Kohleausstieg. Das Papier der Kommunen wurde in Hannover Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer und Agrarministerin Miriam Staudte (beide Grüne) übergeben.
Als größtes Moorland besondere Verantwortung
Minister Meyer sagte: «Die Forderung an den Bund, einen Moor-Transformationsfonds einzurichten, unterstütze ich sehr.» Niedersachsen habe als größtes Moorland eine besondere Verantwortung: Landesweit sind es 484.000 Hektar kohlenstoffreiche Böden mit Bedeutung für den Klimaschutz.
Aktuell entstehen allerdings fast 18 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Niedersachsen durch die Moorentwässerung, etwa um die Böden landwirtschaftlich zu nutzen. Wenn Moore wieder vernässt werden, bleibt der in ihnen gespeicherte Kohlenstoff erhalten, sodass die Treibhausgas-Emissionen erheblich gesenkt werden können.
Staudte: Landwirtinnen und Landwirte mitnehmen
Landwirtschaftsministerin Staudte sagte: «Wir sprechen bei der Wiedervernässung unserer Moore von einer notwendigen Maßnahme im Kampf gegen die Erderwärmung, bei der unsere Landwirtinnen und Landwirte unbedingt mitgenommen werden müssen.»
Welche konkreten Maßnahmen in den 277 Moorgebieten des Landes getroffen werden können, zeigt die jetzt vom Umweltministerium veröffentlichte Potenzialstudie «Moore in Niedersachsen».