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Niedersächsischer Weg als Vorbild für Küstenfischerei?

Hannover/Greetsiel (dpa) – Die Pläne aus Ostfriesland für einen Zukunftspakt für die Küstenfischerei an der deutschen Nordseeküste stoßen bei Niedersachsens Fischereiministerin Miriam Staudte auf Interesse. Die Grünen-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie begrüße die Forderung nach mehr Teilhabe und stehe dem Vorschlag offen gegenüber, einen Fischereirat zum Erhalt und Förderung der Küstenfischerei einzurichten. Es brauche einen Dialog mit allen relevanten Akteuren. «Vorbild könnte der erfolgreiche Niedersächsische Weg sein, an dem auch Umweltverbände beteiligt sind», sagte Staudte. Als «Niedersächsischer Weg» wird eine Vereinbarung aus dem Jahr 2020 bezeichnet, mit der Umweltverbände, Landwirtschaft und die Landesregierung gemeinsam Gesetzesverbesserungen für Arten-, Natur- und Gewässerschutz verhandelt haben.

Ein Bündnis um mehrere Küstenkommunen hatte Vorschläge für den Erhalt und die Zukunft der Küstenfischerei vorgelegt, einen sogenannten «Zukunftspakt Küstenfischerei 2050». In dem Papier wird unter anderem ein «verbrieftes Fischereirecht» im Küstenmeer gefordert. Außerdem werden der Aufbau eines Fischereifonds und die Einrichtung eines Fischereirats vorgeschlagen, die helfen sollen, die regionale Küstenfischerei dauerhaft zu erhalten.

«Der Forderungskatalog zum Zukunftspakt 2050 bekräftigt die Bedeutung der Küstenfischerei, macht aber auch die Notwendigkeit zur Nachhaltigkeit deutlich», sagte Staudte. Eine Chance, die Fischerei resilienter und nachhaltiger zu gestalten, böten die Erlöse aus der Versteigerung von Flächen für die Offshore-Windkraft. Die Bundesregierung hatte diese Strukturhilfen für die Fischerei zuletzt allerdings drastisch gekürzt. «Ich werde mich mit Nachdruck beim Bund dafür einsetzen, dass die sogenannten Offshore-Gelder künftig in angemessener Höhe der niedersächsischen Fischerei-Betrieben zugänglich gemacht werden», sagte Staudte.

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