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Hörnum/Büsum (dpa) – Teile des auf Sylt tot geborgenen Pottwals werden jetzt von Wissenschaftlern untersucht. «Wir haben sehr viele Proben genommen, die brauchen jetzt Zeit für die Analyse», sagte Joseph Schnitzler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum, der Deutschen Presse-Agentur.

Bakterien und Chemikalien werden geprüft

Für bakteriologische und virologische Analysen seien Zellkulturen angesetzt worden. Er sei optimistisch, dass die Ergebnisse neue Erkenntnisse für die Forschung lieferten, sagte der Wissenschaftler. 

Besonders gespannt sei er auf die toxikologischen Befunde. Im Fettgewebe von Walen seien inzwischen verbotene Chemikalien teilweise sehr lange nachweisbar. Das lasse Rückschlüsse auf die Halbwertzeit der Substanzen zu. 

Details dazu, woher das Tier möglicherweise stammt und warum es gestorben ist, kann Schnitzler bisher nicht nennen. «Ziel ist es, erst alle Ergebnisse gesammelt zu haben, um eine umfassende Analyse zu gewährleisten.» Mit finalen Ergebnissen rechnet er in frühestens zwei Monaten. 

Proben werden in Büsum untersucht

Die Proben des 10 bis 15 Tonnen schweren Pottwal-Kadavers waren vor einer Woche nach Büsum gebracht worden. Ein Team des Instituts will dort unter anderem die mögliche Todesursache sowie die Herkunft herausfinden. Daran beteiligt sind auch Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover. 

Auf Sylt zersägt und geborgen 

In der vergangenen Woche hatten Experten den toten Meeressäuger geborgen und zerteilt. Der über 14 Meter lange Walbulle war am 17. Februar bei auflaufendem Wasser mit einem Traktor und einer Raupe an den Strand nahe des Hörnumer Hafens gezogen worden. 

Experten einer Fachfirma hatten noch am Abend mit der Zerlegung begonnen. Später waren dann die mit einer Kettensäge zerteilten Stücke des Wal-Kadavers zur Tierkörperbeseitigung in die norddeutsche Gemeinde Jagel südlich der dänischen Grenze gebracht worden. Der Unterkiefer des Wals soll auf Sylt bleiben und später im Erlebniszentrum in List ausgestellt werden, sagte eine Nationalpark-Rangerin der dpa.