Tallinn (dpa) – Die Rostocker Eisbären-Zwillinge Kaja und Skadi haben sich schnell an ihr neues Leben in Estland gewöhnt. Wenige Tage nach ihrem Eintreffen im Tallinner Zoo zeigen sich die beiden Geschwister nach Angaben des Tierparks in der estnischen Hauptstadt «sehr aktiv und verspielt». «Sie haben sich sehr gut eingelebt und es geht ihnen gut», sagte Zoosprecherin Anita Tamm der Deutschen Presse-Agentur.
Die beiden Jungtiere hatten Anfang der Woche ihre Heimat im Rostocker Zoo auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms verlassen. Sie wurden dort im November 2021 geboren und lebten bis jetzt bei ihrer Mutter. Mehr als drei Jahre waren Kaja und Skadi eine der Hauptattraktionen des Zoos in der Hansestadt.
Schnelle Eingewöhnung – auch dank Begleitung aus Rostock
Kaja und Skadi trafen am Mittwoch in Tallinn ein und machten sich nach Angaben von Tamm sofort mit ihrem neuen Lebensraum und dem Personal vertraut. Einen Tag später waren sie das erste Mal öffentlich im Polarium zu sehen. Die ersten Schritte seien vorsichtig gewesen, schnell aber seien die beiden Eisbären in ihrer Anlage herumgetobt und ins Wasser gesprungen. «Sie lieben es wirklich, zu schwimmen», sagte die Zoosprecherin.
Begleitet wurden die beiden 200 Kilogramm schweren Eisbären von einer Rostocker Tierpflegerin, um ihnen während der ersten Tage im Tallinner Zoo bei der Eingewöhnung zu helfen. «Es ist schon sehr schwer, sich zu verabschieden von den beiden», sagte Sarah Drefien im estnischen Fernsehen. Die Pflegerin hat nach eigenen Angaben mehr als zwei Jahre mit den Geschwistern gearbeitet und sie kenne sie, seit sie klein waren.
Bekannte Namensvetterin in Estland
Das Interesse an den beiden Neuzugängen des 1939 gegründeten Tallinner Zoos ist groß. In Estland haben alle größeren Medien ausführlich über die Ankunft der zwei Eisbären-Zwillinge aus Deutschland berichtet, die mit zwei weiteren Polarbären im Zoo leben werden – den fünfjährigen Eisbärenschwestern Inuki und Imaq.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Name der neuen Eisbärin. So konnte einem Bericht des estnischen Rundfunks zufolge niemand vorhersehen, dass eines Tages eine Eisbärin in Estland leben würde, die denselben Namen tragen würde wie die ehemalige Regierungschefin und jetzige EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas.